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Saisonabschluss 2015: Elbsandsteingebirge

 

Für die gemeinsame Ausfahrt des gesamten Redaktionsteams von Motorrad-Tourer.com zum Saisonabschluss 2015 haben wir uns in diesem Jahr etwas Besonderes ausgesucht: Das Elbsandsteingebirge in der Sächsischen Schweiz ist unser Ziel. Und erfreulicherweise konnte tatsächlich das gesamte Team Mitte Oktober ein freies Wochenende im Terminkalender ausmachen, auch wenn Max am Samstag nur etwas später nachkommen kann.

 

 

 

 

Bei gerade einmal 2 Grad morgens starten wir mit einem Spontanentschluss unserer Sozias: Warum sollten sie sich auf die ebenso kalte wie langweilige Autobahnetappe für die Anreise einlassen, wenn es doch auch eine bequeme Bahnverbindung zwischen Berlin und Dresden als Ausgangspunkt unseres Wochenendes gibt? Und schon sind die Online-Tickets ausgedruckt und der erste Zwischenstopp bereits innerhalb Berlins am Bahnhof Südkreuz hinzugekommen.

 

Während es sich unsere vier Sozias also in den flauschigen Polstern eines Großraumwaggons bequem machen, treiben wir anderen unsere Motorräder am wohl niemals fertig werdenden Flughafenprojekt BER vorbei gen Süden mit dem ersten Etappenziel in Dresden. Hier möchten wir am Hauptbahnhof unsere Bahnfahrerinnen wieder einsammeln und haben uns dazu in der KeXerei verabredet.

 

 

 

 

Hinter diesem lustigen Namen verbirgt sich – man ahnt es schon fast – eine Keksmanufaktur, deren Vielfalt fast ein wenig an Hexerei erinnern mag. Matthias Walther schreibt die mittlerweile mehr als 50-jährige Familientradition als Bäcker- und Konditormeister an mehreren Standorten in der sächsischen Hauptstadt und zusätzlich auch in Leipzig weiter. Er produziert dabei in Handarbeit vielfältigste Kekskreationen, sowohl in süßen als auch in kräftig-würzigen Geschmacksrichtungen. Dabei lassen die übervollen und wunderschön nostalgisch dekorierten Regale keinen Wunsch offen.

 

 

 

 

 

 

 

Natürlich bleibt es nicht bei einer kleinen Probierrunde: Die angebotenen Appetithäppchen verlangen einfach nach mehr. Und daheim warten ja auch noch viele nette Menschen, die sich über das ein oder andere Mitbringsel freuen. Wie gut, dass sich bei uns eh schon die Erfahrung durchgesetzt hat, gemeinsame Ausfahrten mit höchstens halbvollen Koffern zu beginnen. Meistens warten unterwegs einfach viel zu viele Köstlichkeiten oder andere Mitbringsel und fordern ihren Platz; das ist dieses Mal also nicht anders.

 

 

 

 

 

Gemeinsam starten wir dann, um Dresden in Richtung Südwesten zu verlassen. Wir nehmen über Freital Kurs auf die Talsperre Malter, wo wir uns im Restaurant „Strandperle“ zur Mittagspause angekündigt haben. Matthias Schindler ermöglicht hier nicht nur einen tollen Blick über das aufgestaute Wasser auf die herbstlich eingefärbten Bäume und Sträucher entlang des Ufers. Vielmehr genießen wir an diesem lauschigen Örtchen die Gaumenfreuden aus der mit frisch zubereiteten Gerichten gespickten Speisekarte.

 

 

 

 

 

Nach dieser Stärkung folgen wir über Dippoldiswalde dem weiteren Verlauf der B170, bevor wir uns ab Schmiedeberg über kleinere Straßen dem südlichsten Punkt unserer Tour, der Sommerrodelbahn Altenberg, nähern. Leider können wir uns witterungsbedingt nicht mit Großrollern die Skipiste hinunterstürzen, zu feucht ist das Gras, als dass der Betreiber die Haftung für die damit einhergehenden Risiken übernehmen wollte. Aber zumindest einige unserer neonfarbenen Westen sieht man aus der Entfernung den Hang auf der Schiene der Sommerrodelbahn hinunterflitzen.

 

 

 

 

 

Von hier aus geht es wieder nördlich, um über Glashütte nach Liebstadt zu fahren. Dort wartet mit dem Schloss Kuckuckstein ein wahres Kleinod auf uns. Michaela Kirstein, die engagierte Verwalterin dieses geschichtsträchtigen Fleckchens, führt uns nicht nur durch die verwinkelten und über Jahrhunderte hinweg immer wieder um- und angebauten Außenanlagen einschließlich der noch funktionierenden Zugbrücke. Auch in den zahlreichen, unterschiedlich gestalteten Innenräumen werden wir auf eine kleine Zeitreise mitgenommen und in so manche Besonderheit eingeweiht, zum Beispiel auch die eigentliche und außergewöhnliche Funktion der nun oftmals als Buffet genutzten stattlichen Tafel. Welche das ist? Nun, um das herauszubekommen, bietet sich ein persönlicher Besuch auf Schloss Kuckuckstein an.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nun müssen wir uns aber sputen, haben wir doch noch ein wichtiges Highlight vor uns, zumal auch das Wetter erfreulicherweise mitspielt: Flott geht es nun wieder in Richtung Elbe, um diese an der Feste Königstein vorbei in Bad Schandau zu überqueren. Unser nächstes Ziel ist die berühmte Bastei mit dem faszinierenden Blick über die Elbe. Wir kommen noch gerade rechtzeitig an, um zuerst den nachgekommenen Max und anschließend das beeindruckende Panorama der ungewöhnlichen Felsformationen mit dem Verlauf der Elbe bei gerade untergehender Sonne einzufangen.

 

 

 

 

 

Wir alle verharren für einen Moment und saugen die stimmungsvolle Ruhe der heraufziehenden rötlichen Dämmerung schweigend und in Gedanken versunken in uns auf. Selbst die im Zuge der hereinbrechenden Dunkelheit verblassenden Farben der an den Berghängen befindlichen Bäume und Sträucher bestätigen uns, dass das Elbsandsteingebirge vor allem im Herbst seinen besonderen Reiz hat.

 

 

 

 

 

Die wenigen Kilometer bis zu unserer Unterkunft in der durch die Elbe zweigeteilten Stadt Wehlen legen wir dann bereits nach Einbruch der Dunkelheit zurück. Dann erreichen wir die Villa Sophie, nur wenige Meter Fußweg vom Marktplatz und von der Personenfähre zum anderen Elbufer entfernt. Dicht zusammengedrängt finden unsere Motorräder ihren für heute wohlverdienten Rastplatz, während wir unsere Zimmer beziehen und uns für das gemeinsame Abendessen frisch machen.

 

 

 

 

 

 

Hierzu nutzen wir die Personenfähre und lassen uns von ihr zum im zweiten Teil der Stadt gelegenen Restaurant Bauernhäusl übersetzen, um dort den Abend ausklingen zu lassen. Auf dem Rückweg zur Pension zieht es dann einige von uns noch für einen kleinen Abschiedstrunk auf das am Marktplatz stattfindende Fest, wo wir dann noch kurz der dargebotenen Live-Musik lauschen.

 

 

 

 

Die GPS-Daten dieser Etappe sind nach einem Klick auf die nachfolgende Grafik abrufbar

 

 

 

Der nächste Morgen startet mit einem ausgiebigen Frühstücksbuffet. So gestärkt stellen wir uns dann dem enormen, etwa 80 Meter langen Fußweg zur nachfolgenden Begegnung mit Meister Karamellus.

 

 

 

 

 

Dies ist der Namensgeber der am Marktplatz der Stadt Wehlen befindlichen Bonbonmanufaktur. Hier lassen wir uns vom Bonbonmeister höchstpersönlich in die Geheimnisse der Bonbonherstellung einweihen. Eigentlich war es zu erwarten, dass es unsere Ladies nicht die ganze Zeit auf der einen Seite des bunt bestückten Tresens aushalten würden. Und so „erhört“ der Meister dann auch irgendwann die allzu flehentlichen Blicke und holt sich Gabi als Verstärkung und „rechte Hand“ an seine Seite.

 

 

 

 

 


 

Es ist schon erstaunlich, welche Wandlungen die Form und auch die Farbe der gekochten Bonbonmasse durchlaufen, ehe aus einer ziemlich flüssigen, sirupartig wirkenden Masse erst ein mächtiger bunter „Klops“, anschließend eine fast schon bedrohlich wirkende „Keule“ und letztendlich eine lange und schmale Rolle wird, aus der Meister Karamellus in beeindruckender Geschwindigkeit die fertig geformten und mit dem bekannten Obstmuster versehenen einzelnen Bonbons abtrennt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wen wundert es, dass wir hier nicht nur wegen der interessanten Vorführung sondern natürlich auch wegen der Versorgung mit weiterem „Unterwegs-Proviant“ sowie zusätzlichen Mitbringseln mehr Zeit verbringen als gedacht? Die Gelegenheit, einem Bonbonmacher über die Schulter zu schauen, bekommt man halt nicht alle Tage.

 

Dann aber reißen wir uns los und fahren – wieder an der berühmten Bastei vorbei – jetzt mitten hinein in den Naturpark Sächsische Schweiz. Das Kirnitzschtal führt uns kurvig und mit zahlreichen Blickfängen versehen durch diesen Park und weist noch eine weitere Besonderheit auf: Mit der seit 1898 im Betrieb befindlichen Kirnitzschtalbahn besteht in der Sächsischen Schweiz die einzige Möglichkeit, mit einer Straßenbahn direkt in einen Nationalpark hineinzufahren. Wir nutzen aber unsere Motorräder und folgen dem Schienenverlauf vorbei am Wasserfall Lichtenhain, um den sich in diesem Moment gerade wahre Trauben von Touristen drängen.

 


 

Vorbei an Sebnitz zieht es uns dann in die Nähe der berühmten Burg Stolpen, die wir allerdings nicht besuchen werden. Vielmehr besuchen wir im Ortsteil Langenwolmsdorf die Bauernwirtschaft mit Kunsthandwerkerhaus und Deutschlands größter Weihnachtsausstellung. Ein Besuch lohnt sich nach unserer Meinung durchaus auch für diejenigen, die nicht zu erklärten Weihnachts-Fans zählen. Zumindest das urige Gasthaus mit seiner großen Speisenauswahl dürfte auch die „Weihnachtskritiker“ zufriedenstellen. Und alle anderen werden einen Besuch eh mit glitzernden Augen quittieren.

 


 

 

 

 

 

Wegen der kühlen Temperaturen und der fortgeschrittenen Zeit teilen wir uns nun in mehrere Gruppen auf und fahren den weiteren Weg getrennt: Während ein Teil des Teams die Sozias wieder nach Dresden zum Bahnhof bringt, um anschließend die Heimfahrt über die Autobahn nach Berlin anzutreten, nimmt der Rest des Teams eine spätere Ankunft in Kauf und nutzt für den Heimweg nur Landstraßen.

 

Von dieser erlebnisreichen Tour zurückgekehrt beschäftigt viele nur eine Frage: Wohin wird es eigentlich zum nächsten Saisonstart gehen? Wir werden sehen…

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 




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