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2010 im Sommer: 8 Länder mit 6 Hauptstädten in 6 Tagen auf 2 Rädern

Eine Idee von Motorrad-Tourer.com

 

1 Die Idee

 

Milde wurde ich von meinen Freunden belächelt, als ich schon früh in diesem Jahr die Planungen für meine diesjährigen Motorradreisen abgeschlossen hatte. So glaubte ich jedenfalls… Bereits im Februar hatte ich den langen Winter genutzt, um meine Ideen zu sammeln und zu ordnen, so dass ein paar abwechslungsreiche Touren dabei herauskamen. In der Praxis dann brauchte alle Planung doch gehörig Raum für spontane Änderungen: Statt im Juni wie angedacht zu einem Forumstreffen an die deutsch-tschechische Grenze zu fahren, zog es mich spontan für 4 Tage und über 2000 km von Berlin an den Gardasee. Doch davon soll hier nicht die Rede sein, denn dazu gibt es den entsprechenden Reisebericht bereits.

 

Hier geht es um den Hochsommer 2010, der in meinen damaligen Vorstellungen im Februar noch nicht einmal so heiß gedacht war, wie er sich dann tatsächlich entpuppte. Eigentlich wollte ich in dieser warmen Zeit eher nur kurze, spontane Feierabend- und bzw. oder Tagestouren einlegen. Und dennoch, nicht zuletzt durch meine positiven Erfahrungen am Gardasee bestärkt, zog es mich wieder auf zwei Rädern in den Süden: Ein Freund von mir kam Mitte Juli gerade von einem dreiwöchigen Urlaub mit zahlreichen Alpentouren zurück. Er hat, nur um meinen Neid so richtig herauszukitzeln, seine Koffer mit Aufklebern der zahllosen abgefahrenen Pässe gepflastert. Nicht, dass mir die Aufkleber selbst etwas bedeuteten, aber sie zielten direkt auf meinen „Motorrad-Fernweh-Knopf“. Und tatsächlich haben sie meine Emotionen damit erreicht: ich wollte auch wieder auf große Tour gehen.

 

Wie eine Fügung hatte es sich dann ergeben, dass der Rest der Familie Anfang August für eine knappe Woche eigene Urlaubs- und Reisepläne hatte, in denen ich keine Rolle spielte. Jepp, solch ein Glück hat man nicht immer. Und so habe ich schon am Tage nach der Rückkehr meines Freundes aus dem Urlaub viel Zeit damit verbracht, Motorradkarten insbesondere der Alpen vor mir auszubreiten und die Grobplanung einzuleiten. Wie nutze ich die zur Verfügung stehenden 6 Tage am besten? Lade ich das Motorrad wieder auf meinen Trailer um so reifenschonend von Berlin aus an die Alpen heranzufahren und genügend Platz für alles Equipment (was bin ich ohne mein Netbook und alles, was dazugehört??) zu haben? Ja, das schien lange Zeit eine gute Idee zu sein. Aber wenn ich dann von meinem Standort aus quasi sternförmig täglich neue Touren starte, muss ich zumindest kleine Streckenabschnitte nahezu täglich wiederholt befahren: das mag ich nicht.

 

Oder doch lieber Mehrtagestouren mit weiteren Zwischenübernachtungen? Und wie weit kommt man denn damit?

 

Und plötzlich setzte die Erkenntnis ein: Wenn man sich den östlichen Alpenraum vornimmt, erreicht man in einem zeitlich und hinsichtlich der Entfernungen relativ überschaubaren Umfang erstaunlich viele Länder. Und sogar relativ viele Hauptstädte. Und das, wo ich mir doch seit langem schon vorgenommen hatte, möglichst viele Hauptstädte kennen zu lernen.

 

Dann reifte der Entschluss: Es ist gut, einen Trailer zu haben, aber besser, wenn man ihn nicht zwingend einsetzen muss. Also: ich fahre die gesamte Strecke vollständig mit dem Motorrad ab, weil ich auf diese Art und Weise tatsächlich eine 8-Länder-Tour mit einem Besuch von insgesamt 6 Hauptstädten (incl. meines Start- und Zielortes Berlin) absolvieren kann! 8 Länder in sechs Tagen, das ist sicherlich nicht unbedingt eine so ganz gewöhnliche Tour. Gut so, das machte sie für mich noch attraktiver.

 

 

2  Die Planungen

Um in den östlichen Alpenraum zu gelangen, bietet sich für den 1. Reisetag von Berlin aus eine Route Richtung Dresden und Prag an. Damit würde ich nach dem Start in Deutschland mit der Tschechischen Republik das zweite Land erreichen; Prag wäre nach meinem Start in Berlin die 2. Hauptstadt meiner Tour. Da ich schon mehrmals in Prag war, würde ich für die Stadtbesichtigung nicht allzu viel Zeit einplanen müssen, auch wenn ich gerade dort sehr gerne bin. Aber einige schnelle Fotos zu Dokumentationszwecken werden wohl ausreichen, bevor ich bis Brno weiterfahren will. Da dies hinsichtlich der zurückzulegenden Strecke die längste Etappe werden wird, erlaube ich mir wahrscheinlich bis Dresden auch eine zeitsparende Anreise via Autobahn.

Die voraussichtliche Route wird in etwa so verlaufen: http://www.gpsies.com/map.do?fileId=xpwfcreedvqnjwos&referrer;=trackList

 

In Brno habe ich mir mit dem Zebetinsky Dvur (http://hotel.zebetinsky-dvur.cz/de/) das Hotel für meine erste Übernachtung ausgesucht. Für dieses Hotel gilt im übrigen wie für alle anderen auf dieser Reise: In keinem Hotel zahle ich für mein Einzelzimmer mit Bad und incl. Frühstück mehr als 40 Euro, überall kann ich bequem und ohne Umstände für das Geldwechseln (nein, der Euro ist nicht in allen von mir anvisierten Ländern das offizielle Zahlungsmittel) mit meiner Kreditkarte zahlen und habe einen kostenlosen WLAN-Zugang auf meinem Zimmer: Wie schon gesagt, was bin ich ohne mein Netbook und einen Internetzugang…? Später im Verlauf der Reise werde ich dann über meine Erfahrungen mit den Unterkünften kurz berichten, alles weitere bleibt dann einem nachträglichen und vollständigen Reisebericht vorbehalten.

 

Am 2. Reisetag soll es von Brno aus zunächst in die Slowakei (mein drittes Land) gehen, um die Hauptstadt (ebenfalls Nr. 3) Bratislava kennen zu lernen. Nach den Broschüren, die ich mir zwischenzeitlich besorgt habe, wird dieser zeitlich sehr begrenzte Besuch wohl nicht der letzte bleiben. Von da aus erfolgt die Einreise nach Österreich mit einer Stippvisite in Wien (Land und Hauptstadt Nr. 4). Von Wien aus ist ein Schlenker über Ungarn (Land Nr. 5) geplant bevor die nächste Übernachtung dann nach einem langen Tag in Maribor in Slowenien (Land Nr. 6) vorgesehen ist. Dafür habe ich mir das Hotel Vila Pekre (www.vila-pekre.si) ausgesucht.

 

Der Verlauf der 2. Etappe wird in etwa wie folgt sein: http://www.gpsies.com/map.do?fileId=ixylciohrgveloaf

 

Hoffentlich gut gestärkt möchte ich dann am 3. Reisetag in Richtung Kroatien und damit mein 6. Reiseland starten. Nach einem Besuch in Zagreb (Hauptstadt Nr. 5) ist auf der folgenden Route ein kurzer Abstecher nach Bosnien-Herzegowina vorgesehen, um das Reiseland Nr. 7 zu erreichen, bevor es durch Kroatien wieder zurück nach Slowenien geht. Hier wird dann die nächste Übernachtung in der Hauptstadt (Nr. 6) Ljubljana im Hotel Penzion Jagodic (www.penzion-jagodic.si) erfolgen. Zum Glück findet sich entgegen meiner ursprünglichen Befürchtungen mein Navi auch in dieser Gegend zurecht, so dass ich nicht nur nach alter Väter Sitte ausschließlich nach Kartenmaterial fahren muss. Allerdings habe ich über die dortigen Straßenverhältnisse bisher noch nichts gelesen, was zu meiner Entspannung beitrug. In Kombination mit \"echten\" Grenzübergängen (weder Kroatien noch Bosnien-Herzegowina sind EG-Mitgliedsstaaten) summiert sich die für diese Etappe benötigte Zeit ordentlich auf: Das wird die wahre Königsetappe!

Am 4. Reisetag geht es dann von Ljubljana aus nach Italien (Land Nr. 8), um an Udine vorbei in die Dolomiten zu fahren. In der Gegend von Cortina d`Ampezzo ist ein wenig Kurvenspaß angesagt, bevor es über Lienz in Österreich an eine große Aufgabe geht: Der Großglockner soll im Jahr seines Jubiläums (75 Jahre) überquert werden. Ruhe und Erholung verspreche ich mir nach dieser damit auch anstrengenden Etappe dann von meinem Aufenthalt im Landhaus Kaiserblick (www.kaiserblick.com) in Tirol.

 

Von hier aus geht es dann am 5. Reisetag zunächst nach Salzburg, um anschließend über Passau, vorbei am großen Arber, über Cham nach Pilzen zu fahren. Hier freue ich mich schon auf das leckere Essen sowie etwas Erholung im Hotel Victoria (www.hotel-victoria.cz) am Rande der Stadtmitte.

 

Die letzte Etappe dann am 6. Reisetag soll mich durch das Erzgebirge über Torgau, Jüterbog und den beliebten Biker-Treff \"Die Scheune\" in Dobbrikow wieder nach Berlin führen.

 

Alles in allem kommen dabei (noch ohne die unterwegs noch überraschend anzutreffenden Umleitungen etc.) ziemlich genau 3000 km zusammen, die dann bei 6-tägiger Dauer zu einem Durchschnitt von etwa 500 km je Etappe führen.

 

 

Insgesamt bleibt abzuwarten, wie ich diese Tour bewältige. Aber ggf. muss ich eben wieder unterwegs die vorhandenen Planungen über den Haufen werfen und spontan umentscheiden ...

 

 

3 Die Ausrüstung

 

Für eine solche Tour ist es natürlich auch wichtig, eine passende Ausstattung zur Verfügung zu haben, wobei nicht immer die teuersten Artikel auch wirklich diejenigen sind, die im Einzelfall zu überzeugen wissen. Hier muss jeder für sich die Dinge herausfinden, mit denen er sich selbst wohl fühlt.

 

Deswegen hatte ich auch zunächst geplant, die Tour mit meiner BMW K 1100 RS zu fahren. Nach einiger Überlegung habe ich mich dann aber doch für meine BMW K 1100 LT entschieden:

 

Die Entscheidung fiel so aus, weil ich dort durch das Topcase noch mehr Stauraum zur Verfügung habe. In den Fächern der Verkleidung lassen sich meine Getränkevorräte für die kurze Rast unterwegs bestens unterbringen und über das mit fachkundiger Hilfe eines guten Freundes frisch eingebaute Radio mit SD-Steckplatz und USB-Anschluss kann ich mich via Verkehrsfunk unterwegs über die aktuelle Lage erkundigen.

 

Weiterhin ist das Motorrad mit ABS und einer elektrisch verstellbaren Scheibe ausgestattet, die einen angepassten Wetterschutz ermöglicht, sowie einer Komfort-Sitzbank. Die neue Bereifung mit Bridgestone BT 45 in Verbindung mit dem Federbein sowie die Gabelfedern von Wilbers werden mir hoffentlich zuverlässige Dienste leisten. Vorsorglich werde ich die Maschine vor Reiseantritt nochmals in der Werkstatt meines Vertrauens (www.pfiffikus-online.de) checken und eventuell notwendige Ersatzteile über http://shop.mopetenreiter.de besorgen lassen.

 

Ansonsten vertraue ich bei technischen Schwierigkeiten auf fachkundige Hilfe, die ich Dank meiner ADAC-Plus-Mitgliedschaft dann auch hoffentlich kurzfristig zur Verfügung haben werde. Insgesamt kann ich den Ausführungen unter ridexperience.de nur zustimmen: Auf den Internetseiten des ADAC erhält man auch als Motorradfahrer hilfreiche Informationen für die Vorbereitung einer solchen Reise! Ferner habe ich mir von den Fremdenverkehrsämtern der zu bereisenden Länder Informationsmaterialien erbeten, die kurz vor meinem Start nun nach und nach in meinem Briefkasten eintrudeln und meine Vorfreude noch vergrößern.

 

Herausragend auch der Service meiner Versicherung, der HuK24: da ich meine grüne Versicherungskarte verbummelt hatte, benötigte ich eine neue: Online am Donnerstag nach 22 Uhr erbeten, ist sie am Freitag früh um kurz nach 9 Uhr schon an mich unterwegs! Das nenne ich Service! Vielen Dank!

 

Schwierig ist auch die Wetterprognose, die auch mit dem Agrarwetter-Tool von www.Proplanta.de erst kurzfristig an Sicherheit gewinnen wird. Zu Beginn der Planungen Mitte Juli haben wir hochsommerliche Temperaturen von selten unter 30 Grad. Bei solchen Verhältnissen vertraue ich auf helle Sommerbekleidung mit Mesh-Einsätzen und Protektoren, die ich mir von Drive (Jacke, Polo) und Probiker (Hose, Louis) zusammengestellt habe. Sollten sich die Temperaturen etwas abkühlen, werden mir meine ebenfalls bei Louis schon vor längerem erstandene helle und gut sichtbare Vanucci-Jacke sowie die Hose von Cyclo-Sport gute Dienste leisten. Bei meinen Stiefeln vertraue ich nun seit einigen Jahren auf wasserfeste Exemplare von Stadler, die ich seinerzeit anlässlich der Berliner Motorradtage für einen sehr überzeugenden Preis erstehen konnte.

 

Mein Helm ist mittlerweile DAS Tourenmodell schlechthin geworden, der Schuberth C3. Bei ihm überzeugen mich die sehr gute Passform, das integrierte und gut zu bedienende Sonnenvisier sowie die äußerst geringe Geräuschentwicklung.

 

Leichte Sommerhandschuhe von FLM (Polo) und etwas stabilere von BMW werden neben Schlupftüchern von Polo und einem Nierengurt von Probiker (Louis) mein Outfit abrunden.

 

Die Routenfeinplanung nehme ich wie immer mit dem Motorrad-Tourenplaner am Rechner vor, bevor die einzelnen Etappen an mein Navigationssytem Garmin ZUMO 400 mit Update-Abo übertragen und in diesem Fall zur Sicherheit zusätzlich bei http://www.gpsies.com/mapUser.do?username=Motorrad-Tourer&referrer;=trackList abgespeichert werden.

 

Zusätzlich zu den motorradeigenen Koffern werde ich wohl lediglich noch einen Tankrucksack von Hein Gericke mit Schnellverschlüssen (meine BMW hat einen Alu-Tank, auf dem keine Magneten halten) für den Transport meines „EEE-PC“ Netbooks mit UMTS-Stick und externer Trekstor-Festplatte sowie meine digitale Spiegelreflexkamera Sony alpha-230 mit Minolta 35-200xi benötigen.

 

 

4  Die Etappen

 

Etappe 1  -  Berlin - ?

2 Kubikmeter Wasser

Wieviel taugt der ADAC in Tschechien

oder 1. kommt es anders und 2. als man denkt...

 

Mit etwas Verspätung ging es dann am Dienstag, den 03.08.2010, kurz nach 11 Uhr los: Rauf auf die Stadtautobahn in Berlin und dann in einem Rutsch durch bis Dresden auf der Bahn. Leider hatte der tolle Sommer, den wir in diesem Jahr mit hohen Temperaturen und viel Sonnenschein erleben durften, genau an meinem ersten Reisetag eine Pause eingelegt: Dass es nicht so heiss war, mutete nicht so schlimm an. Aber dass es regnete, ja das hatte ich mir anders vorgestellt.

Also rein in die \"wasserfeste\" Hose und Jacke, die Regenhaube über den Tankrucksack gezogen und im Vertrauen auf die große Scheibe meiner BMW K 1100 LT ging es los... mit Dauerregen, solange ich fuhr.... In Dresden hatte ich mich zuerst für die Planungsvariante entschieden, von der Autobahn runter zu fahren und die Landstraßen zu nehmen, aber bei dem Wetter war das kein so großes Vergnügen. Also ging es kurze Zeit später wieder rauf auf die Bahn, in der Hoffnung auf sich besserndes Wetter.

Den Gefallen hat mir das Wetter leider bis Lobowitz, etwa auf halber Strecke zwischen Teplice und Prag, knapp 80 km vor der tschechischen Hauptstadt, nicht gemacht. Ich hatte ja während der Fahrt genügend Zeit zum Rechnen. Und da die Wassermenge durchaus mit einem Duschvorgang vergleichbar war, dürften das in den abgelaufenen ca. drei Stunden so knapp 2 Kubikmeter Wasser gewesen sein, die da auf mich einprasselten...

Dafür erwartete mich eben in Lobowitz ein Mega-Stau vor dem Kreisverkehr, nachdem es eigentlich wieder auf die neu gebaute Autobahn gehen sollte. Also tastete ich mich im Schritttempo links an dem Stau bis zum Kreisverkehr vor, um dort ggf. anders abzubiegen und dann eben einen kleinen Umweg zu fahren. Dort angekommen, ging es plötzlich in meiner eigentlichen Richtung voran. Beim Versuch, in der von mir als Ausweichstrecke gewählten Straße zu wenden kam mir die Kombination aus nasser Fahrbahn, in Wenderichtung abfallender Straße, hohem Schwerpunkt dank Topcase und Tankrucksack in Verbindung mit hohem Gewicht meiner Maschine in die Quere: Ich legte mein gutes Stück in Zeitlupentempo auf die Seite ab... Zusammen mit zwei eilig herbeieilenden Autofahrern war der Koloss schnell wieder aufgerichtet. Nur leider wollte er nicht mehr anspringen... Telefonisch eingeholte Ferndiagnosen meiner Vertrauten führten zu unterschiedlichen, aber für mich als Schrauberlaien nicht zu lösenden Möglichkeiten.

Und so schrieb ich ja schon im Vorfeld der Tour: Mal schauen, was die ADAC-Plus-Mitgliedschaft denn jetzt für Vorteile bringt. Tatsächlich standen gut eineinhalb Stunden später ein (privat anmutender) Passat mit einem (ebenso privat anmutenden) etwas betagteren Holz-Pritschenanhänger vor meiner Maschine und mir. Mit vereinten Kräften wurde das Dickschiff (über Holzbohlen...) daraufgeschoben und in für mich beunruhigender Art und Weise verzurrt...

Aber ich muss gestehen: Auf den 80 km bis zum BMW-Motorradzentrum in Prag ist nichts schief gegangen. Dort - in einer zumindest abends gottverlassenen Industriegegend - wurde die Maschine dem Nachtportier vertrauensvoll überlassen.

Meine dann einsetzende Sorge, meine beiden freundlichen Helfer würden mich nun ohne tschechisches Geld und ohne Hotel dort einfach aussetzen, erwies sich als völlig haltlos: erst chauffierten sie mich zu einem Geldautomaten und dann auch noch zu einer Pension. Hier konnte ich für sagenhafte 20 Euro (den ADAC wird es freuen) übernachten und am nächsten Morgen wartete das BMW-Zentrum sogar in laufbarer Entfernung auf mein Erscheinen. Besonders freute ich mich darüber, im Innenhof dieser Pension noch etwas leckeres essen zu können - jedenfalls solange, bis der Regen endlich wieder einsetzte... Wieso überhaupt einsetzte: Stimmt, ich vergaß: Der Regen hatte aufgehört, kurz bevor das Motorrad auf den Hänger geschoben war...

 

2. Etappe :  Prag - Wiener Neustadt

 

Und zweitens kommt es nochmals anders, als man denkt

Prag bekommt Konkurrenz und

wo gibt es die besten Käsekrainer?

 

Wegen des außerplanmäßigen Stops musste ich auch meine Etappenplanung überarbeiten, denn die 200 km zwischen Prag und Brno, die ich eigentlich in der ersten Etappe noch zurücklegen wolle, waren nicht so einfach aufzuholen. Aber, erstmal schauen, ob BMW das Problem meiner Maschine beheben konnte bzw. wie lange es dauern würde, die erforderlichen Ersatzteile zu beschaffen.

Am nächsten Morgen stand ich bereits kurz vor 8 Uhr auf der Matte und war völlig perplex, als die Fachleute von BMW schon fleißig waren: Meine Maschine lief bereits wieder. Was hatten die Spezialisten getan?: Nichts! Über Nacht seien die Zündkerzen, die durch den Umfaller geflutet wurden, soweit abgetrocknet, dass die Maschine von allein wieder startete.

Somit stand meiner Weiterfahrt nichts im Wege und so ging es denn auch gleich los: Wie geplant ging es bis Brno auf der Autobahn weiter, um ab dort via Landstraßen in die Slowakei und nach Bratislava zu fahren. Ganz ehrlich: Ich hätte auch auf der Autobahn bleiben können, da die Straßen dort in dem Dreh nichts besonderes für Motorradfahrer zu bieten haben: Sie sind ähnlich gerade wie die Autobahn, dafür teilweise in weniger gutem Zustand...

Ach, ja: Eine nette Begebenheit gab es noch irgendwo in der Nähe von Brno beim W-Lan-Stop bei MCD: Plötzlich stand neben meiner Maschine noch eine K, diesmal eine K 100 aus England: The lucky guy war unterwegs von London nach Kiew!...!...! Auch eine nette Tour... Nach einem freundlichen Smalltalk und einem gemeinsamen Foto ging es für uns beide dann gleich weiter.

In Bratislava angekommen, besserte sich meine Stimmung noch mehr: eine groß angelegte Altstadt wurde von mir umfahren, um möglichst an das südliche Ende zu gelangen: Dort soll in einer kleinen Straße eine Kuriosität auf mich warten: Der Gaffer, eine Skulptur, die sich das Treiben um sie herum aus einem Kanaldeckel heraus anschaut. Leider bekam ich dort in unmittelbarer Nähe der Donau selbst für mein Motorrad keinen Parkplatz, so dass ich dann doch zum nördlichen Teil der Altstadt fuhr.

Hier entging mir zwar der Gaffer, aber ich erhielt einen wunderschönen Blick hoch zur Burg, den ich auch schon kurz vom Donauufer erleben durfte. Bepackt mit Helm, Tankrucksack und wegen der sommerlichen Wärme ausgezogener Jacke begab ich mich dann in die Altstadt mit ihren vielen kleinen Gassen und Winkeln, schönen Fassaden, alten Häusern und zahllosen Straßencafés.

Das alte Rathaus ist immer ein Foto wert.

Letztendlich blieb einerseits leider nur zu wenig Zeit, um diese schöne Stadt ausreichend zu erkunden. Und andererseits setzte sich die Erkenntnis durch: Prag, von mir bislang als Spitzenreiter unter den schönsten Städten gehandelt, hat Konkurrenz bekommen. Unbedingt muss ich nochmal nach Bratislava.

Im Übrigen: ich hatte mir vor meiner Tour von den Tourismusverbänden aller Länder Unterlagen und Karten kommen lassen: Die Slowakei hat mir Unterlagen geschickt, die mich so sehr angesprochen haben, dass ich direkt eine neue Tour genau dort hin planen muss. Ich habe da schon eine Idee.... :-)

Aber nun stand ja noch ein anderes Highlight an: Ein Facebook-Freund aus Wien hat die Gelegenheit ergriffen, mich bei meinem Besuch zum \"Würschtlessen\" einzuladen: Er kenne eine besonders gute \"Würschtlbude\". Na, so etwas lasse ich mir doch nicht entgehen!

Pünktlich zu seinem Feierabend traf ich Chris Sch. in Wien und er lotste mich durch den Wiener Feierabendverkehr zu seinem Favoriten. Dort kam ich zu meinem erstmaligen Genuss von Käsekrainer, wobei diese hier eine besondere hausmacher Art seien. Die Frage des Budenbetreibers nach der gewünschten Art des Senfs machte mir Stress: Ist das hier auch so ein Heiligtum wie beim Leberkäs in den südlichen Gefilden Deutschlands, bei denen wir Preussen mit unserem Hang zum scharfen Senf so schnell vulkangroße Fettnäpfe betreten können? Ich weiß es noch immer nicht: Der Budenbetreiber und Chris haben sich sehr gastfreundlich dazu ausgeschwiegen... Wie dem auch sei, diese Käsekrainer hat mir mit ihren darübergestreuten Zwiebeln, ein wenig mit einem Schuss Ketchup vermengt, schon wirklich lecker geschmeckt: Danke Chris, den Stand merke ich mir. Ich habe mir auch gemerkt, wo ich ihn künftig finden kann. Wer kennt ihn noch?

 

Anschließend ging es nach einem kurzen Fotoshooting von Wien in Richtung Wiener Neustadt, wo Freunde von mir wohnen und mir Unterschlupf gewährten. Auch hier erwies sich die Alternative B 17 zur Autobahn als die falsche Wahl: Rote Welle durch Industriegebiete und nur sehr wenige nette Orte schicken einen künftig besser auf die schnellere Autobahn. Und auch auf diesem Weg kann man dann in Wiener Neustadt die \"Theresische Infanterie-Akademie\" als imposantes Gebäude mit außergewöhnlicher Bezeichnung bewundern.

 

3. Etappe  Wiener Neustadt - Ljubljana

Und zum 3. Mal kommt es anders, als man denkt

i-Tüpfelchen und Handy ertrinken im Unwetter

Der Regenwolkenfänger der 8-Länder-Tour

 

Gut ausgeruht und bestens von meinen Freunden umsorgt ging es am dritten Tag meiner Tour morgens um 8 Uhr los in Wiener Neustadt. Von hier aus fuhr ich durch wunderschöne Landschaften Niederösterreichs und des Burgenlandes auf kurvigen Straßen um bewaldete Hügel herum Richtung Ungarn, schon meinem fünften Land.

Die dortige Landschaft erinnerte mich sehr an daheim im Umland von Berlin: Die Gegend ist recht flach, Wiesen, wenige Felder und kleinere Baumgruppen oder auch Wäldchen wechseln sich ab und die Straßen weisen wenig auf und ab, dafür aber harmonische Schwünge auf. Leider ist der Straßenbelag wahrlich nicht immer der beste. Die deswegen auch zahlreichen aktiven Baustellen lassen zwar auf die Zukunft hoffen, kosteten aber aktuell durch Bauampelschaltungen viel Zeit. Habe ich hier günstig oder teuer getankt? Ich weiß es nicht, weil ich mich vor der Reise nicht nach dem Wechselkurs erkundigt habe...

Von Ungarn aus gab es schon mal einen kurzen Durchreise-Abstecher nach Slowenien, bevor ich meine erste \"echte\" Grenze zu Kroatien mit Kontrolle meines Personalausweises erlebte.

Leider kannte mein Navi in Kroatien nicht die letzten neu gebauten Straßen (mea culpa, ich habe die letzten beiden Updates ausgelassen...) so dass es bei Navi wie auch bei Fahrer so manches Mal Unverständnis und Kommunikationsprobleme miteinander gab. Dennoch erreichte ich irgendwie Zagreb, und zwar deutlich früher als gedacht: Bereits am frühen Nachmittag war ich dort. Navi und Fahrer sind sich einig, etwa eineinhalb Stunden später könnte der Zielort Ljubljana erreicht werden. Kann das richtig sein, wo doch diese Etappe eigentlich im Hinblick auf die Streckenlänge die Königsetappe werden sollte?

Es brauchte nur einen kurzen Moment des Überlegens, dann war der neue Zielort schon einprogrammiert: Wollte ich nicht ursprünglich an diesem Tag auch Bosnien kennenlernen, bevor ich eine zu frühe Zwangsübernachtung auf der ersten Etappe einlegen musste....;-) Die Devise hieß: Angriff!

Also bin ich über verwinkelte kleine Straßen durch verschlafene kleine Ortschaften in Richtung Bosnien gefahren. Schon bald hatte ich selbst keine wirkliche Orientierung mehr, aber mein elektronischer Helfer war sich ganz sicher und behauptete konsequent, ich würde gegen 20:30 Uhr in meiner Unterkunft in Ljubljana ankommen können.

Irgendwann, nachdem ich schon längere Zeit bei ansonsten schönstem Wetter an diesem Tag eine große Regenwolke beobachtet hatte, die in etwa in der Richtung lag, in die ich musste, war es dann soweit: Ich sollte endlich mal von den ganz kleinen Straßen links auf eine größere abbiegen und das erste, was ich sah, war ein Hinweisschild: Bihac  112 km. Ich durfte dann noch das Hinweisschild in 88 km Entfernung sehen, allerdings schon durch einige Regentropfen verschwommen.

Was dann passierte, lässt sich kaum in Worte fassen: gerade als ich nach dem Tausch meiner an diesem schönen Tag getragenen Sommerjacke gegen meine \"wasserdichte\" Jacke darüber nachdachte, ob auch die Regenhaube über dem Tankrucksack sinnvoll gewesen wäre, ging die Welt unter. Die Fahrzeuge vor und hinter mir fuhren mit mir zusammen in eine Art Schwamm von Regen: Von einer Sekunde auf die nächste sah man keine 10 m weit, der sintflutartige Regen drückte durch den kleinen offen gelassenen Spalt meines Visieres so stark hinein, als wäre ich kopfüber ins Wasser gesprungen, ich bekam nur schwer Luft. Einige Fahrzeuge vor mir sind links und rechts der Straße die Böschungen hochgefahren, plötzlich standen wir alle und nichts ging mehr. Während ich noch überlegte, was jetzt als nächstes zu tun sei, nahm ich die Sturzbäche wahr: Das Wasser lief in knöchelhohen Strömen die schräge Straße herab und nahm zunehmend Menge und Geschwindigkeit auf, von den Böschungen links und rechts der Straße lösten sich Erdbereiche und wurden von dem Wasser mit auf die Straßen gezogen.

Also habe ich mein Vorhaben, nun doch noch mit dem Bosnien-Besuch dem \"i\" das Tüpfelchen aufzusetzen, aufgegeben, habe mich auf meine Maschine gesetzt und bin, bis auf die Haut durchnässt umgekehrt, um der sich immer weiter auf uns zuschiebenden Wolke, aus der es mittlerweile glasmurmelgroß hagelte, anfangs in Schrittgeschwindigkeit, später etwas schneller, zu entkommen.

Dies ist mir irgendwann auch gelungen, so dass ich meinem Navi den Auftrag gab, durchnässt wie ich war, nun den kürzesten Weg zu meiner Unterkunft in einem Vorort von Ljubljana in Slowenien zu finden.

Wer sich das auf einer Karte mal anschauen will, weiß ziemlich schnell, was dann passiert ist: Fährt man dann auf schnellstem Wege über die Autobahn  nach Ljubljana, muss man zunächst wieder Richtung Zagreb zurück. Und wenn ich jetzt noch klarstelle, dass die \"Monsterwolke\" von Süden her, also aus Bosnien nordwärts zog, erkennt man auf der Karte auch, was ich während der Fahrt schon vorhersah: Jepp, zum Glück haben mich nur noch Ausläufer dieser Riesenwolke zwei weitere Male erreicht... Irgendwann hat es dann auch mein Handy erwischt und das vielleicht kleinste Aquarium der Welt daraus gemacht: Ab sofort lief die Tour also ohne Kommunikation ab, es sei denn, es stand mal ein W-Lan-Netz zur Verfügung. Jetzt weiß ich auch, wofür Outdoor-Handies gut sind und was ich mir zu meinem nächsten Geburtstag wünsche.

Zu allem Überfluss gab es dann etwa 70 km vor Ljubljana eine weitere, ergiebige Dusche, so dass ich völlig durchnässt und ausgekühlt in meiner Unterkunft ankam. Diese war im Bereich der Zimmer recht einfach, aber sauber. Klasse fand ich, dass ich spontan noch am \"Dinner\" teilnehmen konnte: Hier war ein warmes Buffet mit 2 Suppen, 2 Fleischgerichten, 2 Beilagen, Salatbar und Nachtisch (warmer Eier-Pfannkuchen mit verschiedenen Saucen sowie Kuchen) vorbereitet. Von diesem konnte ich für nur 8 Euro \"all you can eat\" genießen. Und wer mich kennt, weiß, was das bedeutet ;-))

Somit habe ich leider von Ljubljana nichts erwähnenswertes gesehen und war froh, als ich endlich im Bett liegen konnte.

 

4. Etappe  Ljubljana - Ellmau in Tirol

 

Kurvenspass bei schönstem Wetter

Dolomiten und Lesachtal

Großglocker im Nebel und Regen

 

Nach einem kurzen Frühstück ging es pünktlich um 9 Uhr los auf meine Etappe hinein in die Alpen. Schon nach wenigen Kilometern schlängelte sich die Straße unter mir durch idyllische und verträumte Ortschaften immer auf die näher kommenden Berge zu. Entgegen der Wetterprognose durfte ich Sonnenschein und ideale Temperaturen erleben, so dass großer Genuss angesagt war. Dann zweigte ich in eine kleine, sehr kurvige Straße ab, die mich in ein schmales Tal zwischen den Bergen links und rechts von mir führte. Für diejenigen, die es interessiert, ist die Route unter http://www.gpsies.com/map.do?fileId=vquyimvbjmgcnhrz abgespeichert.

Jetzt ging es wirklich in die Berge und auch die Grenze zwischen Slowenien und Italien habe ich auf einer ganz kleinen und verwinkelten Straße überquert.

Dann fuhr ich durch die Dolomiten und überquerte über den Plöckenpass die Grenze zu Österreich.

Anschließend wartete das Lesachtal auf meine Maschine und mich, und das war wirklich Kurvenspass pur! Gefühlt gab es auf der ganzen Strecke kaum eine gerade Strecke.

Vom Lesachtal aus fuhr ich über Lienz den Großglocker an: 2504 Höhenmeter warteten auf mich! Diese Route musste sein, denn in diesem Jahr feiert die Großglockner Hochalpenstraße ihr 75-jähriges Jubiläum! Nach Zahlung der Maut bin ich zuerst in Richtung Kaiser-Franz-Josef-Höhe gefahren: In 2369 m Höhe erwartete mich ein Blick auf die Pasterze, den längsten Gletscher der Ostalpen... leider im Nebel und Nieselregen.

Von dort bin ich wieder umgekehrt und in Richtung Edelweißspitze weitergefahren. Leider nahmen Nebel und Regen immer mehr zu, so dass ich nur ziemlich langsam und bei streckenweiser Sicht von weniger als 10 m die 35 Kehren rauf und runter gefahren bin. Am Hochtor, dem mit 2504 m höchsten Punkt, wollte ich eigentlich noch ein Erinnerungsfoto schießen, habe mich aber dagegen entschieden, da auf den Fotos eh kaum etwas zu erkennen gewesen wäre.

Leider hörte der Regen auch nach dem Großglockner nicht mehr auf und begleitete mich nun schon in trauter Bekanntheit wieder bis zu meiner Unterkunft, dem Landhaus Kaiserblick in Ellmau (Tirol). Das Gefühl, durchnässt und verfroren eine heiße Dusche zu geniessen, durfte ich somit auch an diesem Abend erleben.

 

5. Etappe  -  Ellmau (Tirol) - Ellmau (Tirol)

 

Nachdem es in Tirol auch weiterhin wie aus Eimern goss und ich im Fernsehen wenig ermutigende Berichte mit Überschwemmungen in Ostbayern und dem Erzgebirge, meinen nächsten Zielen, gesehen habe, traf ich kurzfristig einen Entschluss: Weder ist es gut für meine Gesundheit noch für die Fahrsicherheit, bei solchen Verhältnissen wieder die noch immer nassen Klamotten anzuziehen und weiter zu fahren. Also legte ich einen Tag Pause ein und hoffte, dass am nächsten Tag alles besser wird. Somit war ein Tag Erholung in Ellmau angesagt.

 

 

Letzte Etappe:  Ellmau (Tirol) - Berlin

 

It`s a long way home

Wetterglück

Heimatgefühle

 

Früh, sehr früh ging es dann am Sonntag, den 08.08.2010 auf zur letzten Etappe: Bereits um 5 Uhr morgens bin ich von Ellmau in Tirol aus zu meiner letzten Etappe gestartet, die mich in einem Durchgang wieder zurück nach Berlin führen sollte. Um diese frühe Uhrzeit erwartete mich neben tiefer Dunkelheit leider auch ein dichter Nebel, der den Start nicht unbedingt angenehmer machte.

Langsam kam ich wiederum durch kleine und kurvige Straßen abseits der Bundesstraßen auf meinem Weg ins Berchtesgadener Land voran, wo mich dann ein wunderbares Panorama im Sonnenaufgang erfreute.

 

Ab hier erwartete mich ein wunderbarer Reisetag mit schönstem Wetter. Bis Bad Reichenhall ging es über die Deutsche Alpenstraße vorbei an vielen kleinen Teichen, übersät von Teichrosen und in ausgiebiegen Schwüngen zwischen den Felsen hindurch. Nach einem kurzen Tankstop fuhr ich dann in Deutschland an Salzburg vorbei, um bei Oberndorf erneut die Grenze zu Österreich zu überqueren.

 

Hier ging es dann entlang der Grenze zu Deutschland über kleine Straßen, ja zeitweilig sogar nur über kleine Feldwege zwischen Kornfeldern hindurch weiter Richtung Passau. Kurz vor Passau fuhr ich dann auf die Autobahn.... und hinein in dichten Nebel, so dass ich leider von dieser schönen Stadt auf dieser Tour nichts gesehen habe. Bis Deggendorf nutzte ich die Autobahn, um von dort über Landstraßen den Großen Arber anzusteuern.

Von hier aus führte mich meine Route nach Tschechien und in Richtung Pilsen, von dort wieder ein Stück Autobahn Richtung Prag und dann wieder nördlich nach Usti nad Labed.

Wie schon so manches andere Mal hatte auch hier mein Navigationsgerät eine kleine Überraschung gegen die Stumpfsinnigkeit für mich zu bieten: Plötzlich lotste es mich vielleicht 25 km vor Usti nad Labed rechts von der eigentlichen Route weg auf eine kleine, verlassene aber sehr gut asphaltierte Straße, auf der ich dann kurvenreich über einen Berg zurück zur eigentlichen Hauptroute geleitet wurde: Vielen Dank für diese nette Abwechselung und Aufmunterung!

Bis Dresden bin ich dann aus Zeitgründen der Autobahn gefolgt, um von dort den Rest des Weges wieder über Landstraßen zurückzulegen. Ein kurzer Halt in Meissen

 

durch die Sportstadt Riesa und das Elbe-Elster-Gebiet, vorbei an Jüterbog

 

bis mich die Sonnenblumenfelder der Mark Brandenburg zurück hatten.

 

In etwas mehr als 12 Stunden hatte ich dann die 861 km von Tirol nach Berlin zurückgelegt und war auch irgendwie zufrieden, wieder daheim zu sein.

 

 

Fazit:

Leider habe ich einerseits wegen meines Umfallers auf der ersten Etappe aber auch wegen des Unwetters auf der dritten Etappe mein Ziel, 8 Länder zu bereisen, nicht ganz erreicht: Mir fehlten etwa 70 km bis zur bosnischen Grenze. Dennoch bin ich mit den durchfahrenen 7 Ländern, dem Besuch von 6 Hauptstädten in 6 Tagen (incl. eines regenbedingten Ruhetages) sehr zufrieden. Erstaunlich gut habe ich die Gesamtstrecke von tatsächlich knapp 2800 km gut überstanden und hatte entgegen zahlreicher Prognosen keinesfals im Ziel \"die Nase voll\".

Und auch, um eine weitere häufige Frage zu beantworten: Ja, ich würde und werde etwas Vergleichbares gewiss wieder tun, mit einigen leichten Veränderungen: Die zum Teil sehr schönen Städte, die ich besuchte, haben es einfach verdient, dass man ihnen mehr Zeit einräumt, um sie näher zu erleben. Genau dafür werde ich künftig mehr Zeit einplanen. Ansonsten habe ich diese Tour sehr genossen, die vielen, unterschiedlichen Eindrücke beschäftigen mich auch weiterhin. Ich freue mich, dass ich, auch wenn es in diesem Reisebericht nicht immer so klingen mag, über große Strecken die schönen Landschaften bei auch sehr schönem und angenehmen Reisewetter genießen durfte.

 

Und ich freue mich schon jetzt auf die nächste Tour, die sicherlich nicht allzu lange auf sich warten lassen wird :-)

 

 

 




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