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19.05.2011: Zu Ostern auf den „Long Way To Croatia“

Im vergangenen Winter hatte ich bereits in das gleichnamige Buch meines Facebook-Bekannten Armin Würfel, das dieser unter dem Pseudonym Cubo Bisiani geschrieben hat, hineingelesen. Dort beschreibt er seine Erlebnisse auf mittlerweile zahlreichen Motorradreisen aus seinem heimatlichen Passau in das kroatische Rovinj, der Perle Istriens. Mittlerweile hat sich in seinem Umfeld eine Gruppe Gleichgesinnter zusammengefunden, die diese Touren nun in wechselnder Besetzung gemeinsam absolvieren.


Eine weitere Idee von Armin brachte uns dann dazu, über eine gemeinsame Fahrt nachzudenken: Während eines seiner Aufenthalte in Rovinj ist bei dem begeisterten GS-Fahrer der Gedanke gereift, im südeuropäischen Raum ein weiteres Event für Motorradfahrer, speziell BMW-Fahrer, zu initiieren. Die Idee für die BMW-BikerDays Croatia in Rovinj ist entstanden. Als wir darüber miteinander ins Gespräch kamen, waren bereits der Hotelkonzern Maistra (www.maistra.hr) sowie der Generalimporteur für BMW in Kroatien, die Fa. Tomic, informiert und interessiert. Darauf aufbauend ist dann der Gedanke gereift, dass ich u. a. mit meinem Portal Motorrad-Presse.com bei der Öffentlichkeitsarbeit in deutschsprachigen Raum behilflich sein könnte. Und da ich zu Ostern in diesem Jahr eh noch nichts anderes vor hatte, war dann auch schnell klar, dass eine gemeinsame Tour Sinn machen würde, um dann vor Ort einige vorbereitende Gespräche führen zu können.


Nun ist die Entfernung zwischen Berlin und Rovinj mit etwas über 1300 km kein Pappenstiel und das Zeitfenster von Gründonnerstag bis Ostermontag eng begrenzt. Da ich unmittelbar davor mit meinem Motorrad in Thüringen unterwegs war, konnte die Anreise ganz gut in zwei Etappen erfolgen, wobei ich bereits am Mittwoch nach Passau gefahren bin, um dann in der Ferienwohnung von Armin zu übernachten und mit ihm, seinem Schwager (ebenfalls GS-Fan) und beiden Familien (im PKW) am Morgen des Donnerstags gemeinsam nach Kroatien zu starten. Für die Rückreise dagegen hatte ich mir etwas anderes überlegt, um die wenige vorhandene Zeit möglichst optimal ausnutzen zu können: Die Rückfahrt aus Rovinj sollte mich am Ostermontag nur bis nach München führen. Von dort sollte es über Nacht mit dem DB Autozug bequem und zeitsparend nach Berlin gehen, so dass ich dann am Dienstag frisch und ausgeruht auch wieder im Büro aktiv sein kann.

 

Dass mir dann nach erfolgter Planung und Beschaffung eines Tickets für den Transport meines Reisedampfers mit dem Autoreisezug und eigener Übernachtung in einer Schlafkabine ein für Dienstag Mittag in Hannover angesetzter Termin etwas Sorgenfalten machte, wird später noch zu behandeln sein.


Und so bin ich dann am Mittwoch vor Ostern aus Thüringen kommend zunächst zu einem Abstecher bei Heidi und Martin Franitza, den beiden in der Gespannszene bekannten Akteuren des sidecar-adventure-teams, aufgebrochen. Hier konnten wir noch einige Dinge zu meinem diesjährigen Groß-Projekt als Motorrad-Pilger von Warschau nach Rom entlang der Via Slavica besprechen. Außerdem haben wir natürlich auch das Projekt 2012 des sidecar-adventure-teams, die „Transitus arabiae“ besprochen, deren Voranschreiten der Planungen und Vorbereitungen man nun auch im Aktuelles-Kasten von Motorrad-Tourer.com sowie im Blog-Bereich von Motorrad-Presse.com jederzeit verfolgen kann.


Bei schönstem Wetter und warmen Temperaturen, die mich schon an der Richtigkeit meiner Entscheidung für die Rukka-Kombi ARMAS zweifeln ließen, bin ich dann abends in Passau angekommen und habe den Tag wegen des vorgesehen frühen Starts um 6 Uhr des nächsten Morgens frühzeitig beendet.


Armin hatte bereits die Route ausgearbeitet, wobei wir drei Motorräder größtenteils die gleiche Strecke fahren wollten wie der mitreisende Familien-PKW. Lediglich den Tauerntunnel wollten wir lieber landschaftlich schöner umfahren sowie in Slowenien kleine Straßen zu einem wenig frequentierten Grenzübergang nach Kroatien ansteuern. Damit war auch klar, dass wir mit insgesamt vier Fahrzeugen einen erhöhten Kommunikationsbedarf haben würden. Umso besser, dass wir diesen mit Hilfe der vorhandenen Funkgeräte aus dem Hause Alan-Electronics auch bestens decken konnten. Dies war spätestens dann von Vorteil, als der PKW nicht bekommen hatte, dass wir etwas vorausfahrenden Motorräder aufgrund einer spontanen Eingebung unseres Guides während einer Suche nach einer Tankstelle kurzfristig von der geplanten Route abgewichen sind und wir so eine gemeinsame Rast mit anschließender Weiterfahrt bequem ermöglichen konnten.


Erst kurz vor dem Start unserer Tour hat der ADAC damit begonnen, auch die Mautkarten für Slowenien zu vertreiben. Damit konnten wir uns damit und auch mit den Mautkarten für Österreich schon vor Reiseantritt versorgen und mussten uns darum nun nicht mehr kümmern.


Bereits bald nach unserem Start um kurz nach 6 Uhr in der Früh war es jedenfalls mit meinen Bedenken hinsichtlich der richtigen Kombiauswahl dahin: Um diese Uhrzeit ist es dermaßen zackig kalt gewesen, dass ich mir durchaus wünschte, das Thermofutter lieber nicht herausgetrennt zu haben. Das wäre in einer echten Sommerkombi kaum auszuhalten gewesen.


So fuhren wir dann im Konvoi über Landstraßen von Passau nach Österreich, um dort dann auf der Tauernautobahn Kurs in Richtung des hoffentlich wärmeren Südens zu nehmen. Mit zunehmender Tageszeit und damit einhergehender Sonnenwärme wurde es dann auch bald erträglicher und wir kamen gut voran. Kurz vor dem Tauerntunnel haben wir uns dann wie geplant vom PKW, der weiter die Autobahn nutzte, verabschiedet und Kurs auf schön geschlängelte Landstraßen genommen. Bei Obertauern am Pass zeigte sich dann schnell der Unterschied zwischen den beiden kurvenerfahrenen Bergzicken auf ihren wendigen GSen vor mir und dem Flachlandtiroler auf dem Dickschiff: Während ich noch in gefühlt waagerechter Haltung Mühe hatte, zu folgen, waren meine beiden Begleiter offensichtlich in ihrem Element. Bloß gut, dass der Nikotinwunsch die beiden ab und an mal zu einer Pause aufforderte, so dass die Abstände nicht all zu groß wurden.

 


Kurios war hier, dass die Straße mitten durch belebte Skigebiete hindurchführte und wir so unmittelbar neben Ski- und Snowboardfahrern auf unseren Motorrädern unterwegs waren. Weiter ging es dann in Richtung Klagenfurt, um anschließend die Grenze nach Slowenien an der Karawanke zu überschreiten. Nach einem Tankstopp und einem schnellen Imbiss steuerten wir dann wieder die Autobahn an, um etwas Strecke zu machen. An Ljubeljana vorbei fuhren wir weiter gen Süden.


Für das Überqueren der Grenze nach Kroatien hatte Armin uns einen kleinen Grenzübergang abseits der Autobahn herausgesucht. Wir bewegten uns nun also wieder über Landstraßen, die langsam schmaler und schlechter wurden, von denen wir auf kleine Ortsstraßen abbogen, die uns wiederum auf kleinste, mit Schlaglöchern übersäte Sträßchen führten. Auf meinem Reisedampfer nahm meine Skepsis mit abnehmender Straßenqualität zu, während die beiden geländetauglichen Untersätze meiner beiden vorausfahrenden Reisebegleiter sich so richtig wohl fühlten. Nach einer gefühlten Unendlichkeit auf den verlassenen und verwinkelten Wegen zwischen Feldern und durch Haine hindurch tauchte plötzlich aus dem Nichts heraus für mich völlig unerwartet im Niemandsland ein Grenzübergang mit verschlossenem Schlagbaum und einem einzelnen, in seinem Häuschen sitzenden Grenzbeamten auf: Man darf nicht vergessen, dass Kroatien kein EU-Land ist und hier somit noch „echte“ Grenzkontrollen stattfinden.


Hoffnung keimte in mir auf, dass ich nun mit dem schwierigen Geläuf hinter mir nun auch das Schlimmste geschafft hätte…


Der Grenzbeamte bewegte sich schwerfällig aus seinem Kabuff, kam zu uns auf die Straße, umrundete die Motorräder und gab uns ein Zeichen, die noch optimistisch laufenden Motoren auszumachen. Nach einem Blick auf unsere Kennzeichen und dem flüchtigen Betrachten der ihm von uns hingehaltenen Reisedokumente verließen dann diese folgenschweren Worte seinen Mund:

You can not pass here! This is not an official border! It is only for the people that live here in this region. You have to turn and drive back about 3 oder 4 kilometers to the Gas station you have seen on your way. There you have to turn right!

 




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