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13.11.2011: Thanksgiving - Biker-Genuss

 

Der Übergang vom Spätsommer zum Herbst fällt genau in die Erntezeit: Allenthalben kann man in diesen Wochen in großer Auswahl und Farbenpracht frische Produkte aus der Landwirtschaft erhalten. Gerade das Gebiet rund um Berlin ist durch zahlreiche Anbieter regionaler Produkte gekennzeichnet. Grund genug, einige davon als Ziele und Zwischenstopps für eine sonntägliche Ausfahrt mit dem Motorrad zu nutzen, bevor die nasse Jahreszeit der kommenden Wochen keinen Hund hinterm Ofen und kein Motorrad aus der Garage locken kann.

 

Wir haben uns für unsere Erkundungstour die Region südwestlich von Berlin vorgenommen. Hier fallen gewiss jedem die Obstplantagen rund um Werder oder so manch ein großer Spargel- oder Kürbishof ein, in dem die Bewirtung der Gäste fast schon hochprofessionelle Züge annimmt. Für unsere Sonntagstour hatten wir etwas anderes im Auge: Kleine, fast schon verträumte Anbieter sollten die Zwischenstopps auf unserer Runde setzen.

 


 

So sind wir denn schnell auf die Nuthe-Nieplitz-Region gestossen. Hier haben sich mehrere, ganz unterschiedliche Anbieter regionaler Erzeugnisse zu den „Offenen Höfen“ zusammengetan. Einige von ihnen liegen fast schon wie an einer Perlenkette aufgereiht direkt an einer wunderbaren Rundtour von weniger als 200 Kilometern. So verspricht der Tagesausflug neben einem Biker-Genuss auch ausreichend Zeit, um die zu Beginn leeren Koffer nach und nach mit den „Beutestücken“ weiblicher Kauflust befüllen zu können.

 

Wir beginnen unsere Tor mit einer Etappe nach Löwenbruch, einem Ortsteil von Luwigsfelde. Hier, kurz hinter dem Berliner Ring, betreibt die Lankwitzer Gastronomenfamilie Mertens das Landhotel Löwenbruch. Neben dem Hotelbetrieb stehen die Betreiber aber vor allem für eine über zwanzigjährige Galloway-Zucht. Nach regelmäßigen Schlachtungen kann man dort dieses besondere Fleisch, das mit einer Tierhaltung allein auf den umliegenden Weiden Bio-Qualität hat, erwerben. Wir bedauern schon, dass wir bereits gefrühstückt haben, lockt uns doch das umfangreiche Brunchbuffet sehr.

 

 

Wir widerstehen aber tapfer der Versuchung, warten doch vor allem einige kurvige Kilometer durch die wiesen- und seenreiche Region auf uns. So geht es denn bald weiter, um ein wahres Kleinod zu besuchen: In Blankensee angekommen, hat man das Gefühl, die Zeit scheint still zu stehen. Zahlreiche Hofläden, Imkereien und Kunstgewerbetreibende locken mit ihren gemütlichen Anwesen. Man muss sich schon beim Fahren gut konzentrieren, um sich von den zahlreichen Eindrücken dieses idyllischen Ortes nicht ablenken zu lassen und den einen oder anderen Fußgänger oder Radfahrer zu gefährden.

 


 

Daher stellen wir lieber schnell unsere Motorräder vor der ortsansässigen Fischräucherei Brauße ab. Auf dem Grundstück verspricht der Rauch aus dem aufgestellten Räucherofen, dass die Produkte hier frisch zubereitet über den Ladentisch gehen. Die Fischliebhaber unter uns kommen an dem einen oder anderen Fischbrötchen nicht vorbei,während es den Rest schon bald gegenüber auf die andere Straßenseite zieht: Hier kann man in der Landbäckerei neben selbstgebackenem Brot vor allem superleckeren Kuchen genießen, der quasi direkt aus der Backstube heraus verkauft wird.

 

 

Wir beschließen, dem Örtchen Blankensee ein andermal mehr Zeit zu widmen, denn für heute stehen noch andere interessante Orte an. Leider zwingt uns eine aktuelle Baustelle bei Zauchwitz zu einer Routenänderung. Diese führt uns mit Insiderwissen über ein ordentliches Stück Sandpiste am Flughafen Schönhagen vorbei durch den Wald und zeigt mir wieder einmal, dass mein Reisedampfer für solche Wege nur bedingt tauglich ist. So bin ich denn ebenso froh wie meine Sozia, als wir wieder ein bestens ausgebautes Teerband auf der Verbindungsstraße von Ahrensdof nach Hennickendorf unter den Reifen haben. Von hier aus geht es dann die berühmte und mittlerweile stark reglementierte „Rennstrecke“ nach Dobbrikow, heute allerdings ohne Stopp in der „Scheune“, dem bekannten Bikertreff.


Uns zieht es über die Sabinchenstadt Treuenbrietzen dann auf die L851, auf der wir zwischen Alt Bork und Neuendorf die A9 kreuzen. Kurz hinter Brück erreichen wir dann unser nächstes Ziel: Die Backschweintenne in Gömnigk.

 


Der Betreiber Bernd Schulz ist ein wahres Original, der schon selbst mit den zahlreichen Geschichten, die er zu erzählen weiß, einen Besuch wert ist. Aber nicht nur das Herz hat er auf dem richtigen Fleck, er weiß seine Gäste auch mit leckerstem Backschwein aus ökologischer Freilandhaltung zu verwöhnen. Wir durften eine Kostprobe von diesem Gaumenschmaus erleben und mussten bei dem treffend zum Gericht angebotenen Backschweinbier mit einem traurigen Seitenblick auf unsere zweirädrigen Begleiter leider passen: Wir waren uns einig, dass wir nochmals herkommen müssen, sobald wir einen Fahrer für uns gefunden haben, wollen wir nicht das gastfreundliche Angebot der Übernachtungsmöglichkeit bei Bernd Schulz in Anspruch nehmen.

 


Noch lange wären wir gerne auf dem lauschigen Innenhof sitzen geblieben, auf dessen Kopfsteinpflaster unsere Motorräder unter einer schattenspendenden Weide Platz gefunden hatten. Aber der Tag neigte sich langsam dem Ende zu und wir hatten neben einem Stückchen Weg auch noch ein weiteres Ziel, dass uns interessierte.


So fuhren wir den aus Westen kommend über die B246 nach Zauchwitz, wo wir direkt am dortigen Kreisverkehr den „Kleinen Garten-Laden“von Ilona Lapsien aufsuchten. Hier erhält man nur Produkte, die aus dem eigenen Garten oder aber von einem der Partner der offenen Höfe stammen. Überhaupt findet man bei allen Beteiligten der „Offenen Höfe“ immer ein Regal mit einigen Produkten der Partner.

 


Ganz verzückt waren unsere Frauen, als sie die Hofeinfahrt, das Ladengeschäft und den sich nach hinten anschließenden Garten inspizieren durften. Und natürlich waren spätestens von diesem Moment an unsere Koffer an den Motorrädern nicht nur rappelvoll sondern viel zu klein...

 

 

Nach einem schönen Spätsommertag und einer Tour, die Lust auf eine Herbstausfahrt in der Region gemacht hat, kehrten wir dann wieder mit einer Erkenntnis heim: Gerade jetzt, wenn die letzten Tage mit angenehmem Motorradwetter auf uns warten, kann man den Einkauf hochwertiger regionaler Produkte auch gut mit einer interessanten Tour und damit das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden. Wer solch eine Tour selbst planen möchte, dem sei die Internetseite der Offenen Höfe (www.offenehoefe.de) empfohlen.

 

Literaturvorschläge:

 

 

 

 

 

 

 




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