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04.11.2015 - Produktvorstellung Schuberth Metropolitan M1

 

Schon seit Jahren vertraue ich selbst auf Reisen meinen Kopf einem Helm des Magdeburger Herstellers Schuberth an. Neben einem hohen Sicherheitsanspruch und umfangreicher Funktionalität der C-Serie haben mich dabei insbesondere die für einen Klapphelm geringe Geräuschkulisse in Verbindung mit der für meinen Kopf nahezu perfekten Passform überzeugt. Deswegen war auch klar, dass ich in diesem Sommer mit meinem erwachten Interesse an hochwertigen Jethelmen auch das im Frühjahr neu auf den Markt gekommene Modell Metropolitan M1 näher unter die Lupe nehmen wollte. Und was hätte sich dazu mehr angeboten, als unser diesjähriges Projekt „Gardasee – I Want it all“ im August?

 


 

 

 

Rund um den traumhaft schönen Gardasee lockten die Kühle spendenden Berge des Trentino und die nahegelegenen Traumstrecken in den Dolomiten. Damit war die Bühne bereitet für einen Helm, der vielleicht wie kaum ein zweiter reisetauglicher Jethelm italienisches Feeling versprüht. Und optisch macht der Metropolitan M1 vor allem in seinem auffälligen Farbton „Rome Red“ eine ebenso gute Figur auf einem Großroller im italienischen Altstadtgetümmel wie als frischluftspendende Kopfbedeckung während der Kurvenhatz auf einer großvolumigen Reiseenduro.

 


 

 

 

Schauen wir uns aber zunächst die Herstellerangaben zu den technischen Daten und Ausstattungsmerkmalen dieses Helms an:

 

 

 

"Pure Innovation  -  Der Metropolitan 1

 

Der Metropolitan 1 setzt nicht nur bei Komfort, Funktion und Sicherheit Maßstäbe, er passt sich Ihren Wünschen an. Das flexible Design eröffnet Ihnen ein breites Spektrum an Farben, Visieren und technischen Ausstattungen.

Metropolitan 1 – der innovative Jethelm mit flexiblem Design


Fünf verschiedene Sonnenblendenfarben:
80 % Tönung, klar, High-Definition Yellow, Silber verspiegelt, Blau verspiegelt

Kopfbelüftungshaube:
Titan oder Matt Schwarz

Fünf verschiedene Visierfarben:
Klar, stark getönt (80 %), leicht getönt (40 %), Silber verspiegelt, Blau verspiegelt

Schirm:
Titan oder Matt Schwarz

Ultimativer Komfort:
Innovative nahtlose Polsterung in 2 Farben

SRC-System™ ready: unsichtbare Mikrofone und integrierte Lautsprecher bereits vorinstalliert

Schnellentriegelung für das Visier, Pinlock®-Vorbereitung"

 

 

 

 

 

 

Schon beim Aufsetzen stellt sich sofort das typische „Schuberth-Gefühl“ ein. Hier geht es mir ähnlich, wenn ich Autos der Stuttgarter oder Münchner Nobelmarken besteige: Selbst mit verbundenen Augen würde ich sofort mit Sicherheit sagen können, mit welchem Hersteller ich es gerade zu tun habe. Dass Schuberth dies mit seinen Helmen ebenfalls gelingt ist Segen und Fluch zugleich: Wer sich ein wenig in Internetforen bewegt, weiß, dass sich an der Ausformung des Innenlebens Magdeburger Helme die Geister scheiden: Es gibt die Gruppe mit den „Schuberth-Köpfen“, bei denen die Kopfbedeckung eigentlich immer passt, und es gibt diejenigen, die egal mit welchem Modell des sachsen-anhaltinischen Top-Anbieters in Sachen Passform partout nichts anfangen können. Beim Metropolitan habe ich persönlich den Eindruck, dass alles beim alten ist, außer dass er eventuell eine Nuance größer ausfällt als die ansonsten von mir genutzten C-Modelle.

 


 


 

 

 

Erstaunlich ist dann aber insbesondere das recht hohe Gewicht: Mit immerhin mehr als 1400 Gramm ist dieser Jethelm gerade einmal knapp 100 Gramm leichter als der mit einem Kinnteil und der Klappmechanik ausgestattete C 3 Pro. Wo kommt das viele Gewicht her? Das bleibt eine Frage, auf die ich auch keine Antwort finde und sie dementsprechend schuldig bleiben muss. In jedem Fall aber merkt man dieses Gewicht im Einsatz tatsächlich erst nach vielen Fahrstunden. Anscheinend sind die aerodynamischen Eigenschaften so ausgewogen, dass man jedenfalls auf meinem Motorrad lange Zeit nichts davon merkt.

 


 

 

 

Ansonsten lacht natürlich mein Touren-Herz beim Anblick der bereits integrierten Sonnenblende. In gewohnter Manier ist diese ausreichend groß und reicht tief genug herunter, um auf meiner Travel-Q-ueen auch den Blick auf die Instrumente in Sachen Helligkeit zu dämpfen.

 


 

 

 

In Sachen Lautstärke kann der Metropolitan bei geschlossenem Visier – selbstverständlich – mit meinem C 3 Pro nicht mithalten. Zu groß ist dazu der Spalt, der sich am kinnseitigen Visierende bis zu meinem Hals bildet und eine ungehinderte Luftzufuhr nach sich zieht. Bei warmen und heißen Temperaturen, wie ich sie am Gardasee erlebt habe, ist das aber gerade der große Vorteil, weswegen ich mich ja überhaupt in diesem Jahr erstmals Jethelm-Modellen zugewandt habe. Bei offenem Visier gibt es in Sachen Lautstärke dagegen keinen Unterschied zwischen den beiden Schuberth-Modellen.

 


 

 

 

Eigentlich interessiert aber ein anderer Vergleich: Wie würde sich der Metropolitan im direkten Vergleich zu meinem bisherigen Jet-Favoriten, dem HJC FG-Jet schlagen? Sowohl in Sachen Lautstärke und Belüftung nehmen sich die beiden Kandidaten nicht viel und liegen dicht beieinander. Die Sonnenblende des Metropolitan gefällt mir persönlich noch etwas besser, weil sie etwas dunkler als das Modell von HJC getönt ist und damit insbesondere im gleißenden mittäglichen Sonnenschein für etwas mehr Entlastung für die Augen liefert.

 


 

 

 

Bei einem anderen Punkt aber hat der Metropolitan dann klar die Nase vorn: In puncto Kommunikation bietet Schuberth ein speziell für den Metropolitan gestaltetes Bluetooth-Headset an, dessen Bedienung denkbar einfach gelungen ist: Bereits ab Werk ist der Metropolitan mit Lautsprechern und einem Mikrofon ausgestattet und weist an seiner Rückseite eine Fläche aus, die mit einer abnehmbaren Abdeckplatte versehen ist. Entfernt man diese, lässt sich das SRC-System™ mit nur einem einzigen Klick einfach in die dafür vorgesehene Halterung positionieren und die Kontakte für die Übertragung der Signale von Headset zu den Lautsprechern bzw. vom Mikro sind schon sicher hergestellt.

 


 

 

 

Die Herstellerangaben zum SRC-System™ lauten:

 

 

 

"Das optionale SRC-System™ ergänzt Ihren Metropolitan 1 perfekt. Das integrierte High-End-Kommunikationssystem wird einfach in die vorgefertigten Aussparungen eingeklinkt. Die Mikrofone und die Lautsprecher sind bereits vorinstalliert. Das SRC-System™ ermöglicht Navigation, Musik, Telefon- und Bike-to-Bike- Gespräche.

Werden Sie Teil der Cardo-Community und lassen Sie sich über Softwareaktualisierungen für Ihr SRC-System bequem per E-Mail informieren. Updates der Software erhalten Sie direkt vom Hersteller"

 

 

 

 

Im Praxistest zeigt sich dann ziemlich schnell, was das SRC-System™ zu leisten vermag. Wie schon erwähnt, ist die Inbetriebnahme und Kontaktaufnahme mit den integrierten Lautsprechern und dem Mikrofon hier vorbildlich gelöst. Auch die Integration des Empfangsteils in die Helmschale weiß zu gefallen, schleppt man doch keinen unförmigen „Klops“ seitlich an den Helm geklebt oder geschraubt mit sich herum. Vielmehr wirken Metropolitan und SRC-System™ optisch wie eine perfekte Symbiose aufeinander abgestimmt.

 


 

 

 

Im direkten Vergleich zum im C 3 Pro verbauten SRC, das ebenfalls auf Cardo-Technik aufsetzt, fällt das SRC-System™ in Sachen Funktionalität dann aber doch ab: Zum einen können lediglich Bluetooth-Verbindungen zu einem Handy und einem Navigationsgerät aufgebaut werden. Eine interkom-Verbindung zu zumindest einem anderen Nutzer ist dagegen nicht vorgesehen. Ein Radio ist ebenfalls nicht verbaut. Vor allem aber bei der Laufzeit des Akkus muss man deutliche Abstriche in Kauf nehmen. Im Dauereinsatz (Musik während der Fahrt mit zwischenzeitlichen Navi-Ansagen) erreicht mein SRC-System™ lediglich eine Laufzeit von vier Stunden. Der im SRC verbaute Doppelakku schafft dagegen gewaltige 10 Stunden und übersteht somit auch eine längere Tagesetappen, ohne in die Knie zu gehen. Dafür muss man für das SRC-System™ mit etwa 180 Euro auch nur in etwa den halben Kaufpreis im Vergleich zum SRC berappen.

 


 

 

 

Insgesamt hat mich die – wie mir zahlreiche neugierige Blicke unterwegs bestätigten – optisch sehr ansprechende Kombination aus Metropolitan M1 und SRC-System™ an den heißen Sommertagen sehr angenehm über die Tagesetappen mit zum Teil sehr ansprechenden Höhenprofil begleitet, ohne dass mir unter der Haube ein Hitzeschock drohte. Für alle, die vielleicht auch neben einem alltagstauglichen Tourenhelm eine luftige aber dennoch sichere und optisch ansprechende Helmalternative für die warmen Tage, für Kombination zum Business-Anzug auf den Arbeitswegen durch die Rushhour belebter Innenstädte oder auch für den kurzen Ausflug zur Eisdiele suchen, kommt der Metropolitan M1 (ca. 400 Euro) zusammen mit dem SRC-System™ (etwa 180 Euro) durchaus in die engere Wahl. Ob man für diese schmucke Kombi bereits ist, die stolze Summe von immerhin 580 Euro auf den Tisch zu blättern, muss jeder für sich selbst entscheiden. Mein bisheriger Favorit HJC FG-Jet bleibt jedenfalls auch mein künftiger Favorit, der zwar insbesondere mit dem seitlich angebrachten Cardo Headset bei weitem nicht so schön anzusehen ist, das Portemonnaie jedoch nur etwa halb so stark entleert wie die Schuberth-Kombi.

 

Für die reicht es auch eben aus diesen wirtschaftlichen Aspekten je nach Sichtweise nur oder immerhin für 4 von möglichen 5 LikeBikes.

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 




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